Kinesio-Taping: Was die bunten Tapes können – und was nicht
Bunte Tapes auf Schulter, Knie oder Rücken: Wie Kinesio-Taping funktioniert, was die Studien sagen, wie lange ein Tape hält und was es bei uns kostet.
Ob beim Fußball am Wochenende oder bei Olympia im Fernsehen: Die bunten Klebestreifen auf Schultern, Knien und Waden sind längst ein vertrauter Anblick. Auch in unserer Praxis in der Heilbronner Oststadt fragen uns viele Patientinnen und Patienten: „Können Sie mir nicht einfach ein Tape kleben?“ Wir können – aber wir erklären vorher gern, was ein Tape leisten kann und wo seine Grenzen liegen.
Was ist ein Kinesiotape?
Ein Kinesiotape ist ein elastisches Baumwollband mit einer hautfreundlichen Klebeschicht. Es lässt sich in Längsrichtung dehnen, ähnlich wie die Haut selbst. Anders als ein starres Sporttape, das ein Gelenk stabilisiert und Bewegung bewusst einschränkt, lässt ein Kinesiotape fast die volle Beweglichkeit zu. Die Farbe ist übrigens reine Geschmackssache: Ein blaues Tape wirkt nicht anders als ein pinkes.
Wie soll das Tape wirken?
Diskutiert werden mehrere Erklärungen: Das Tape setzt über die Haut einen dauerhaften, leichten Reiz. Das kann die Wahrnehmung für Haltung und Bewegung schärfen – viele merken zum Beispiel schneller, wenn sie die Schultern hochziehen. Außerdem soll der Reiz das Schmerzempfinden beeinflussen. Bei Schwellungen werden spezielle fächerförmige Anlagen genutzt, die den Lymphabfluss begleiten sollen.
Was sagt die Wissenschaft?
Hier sind wir ehrlich: Die Studienlage ist nicht eindeutig. Ein klarer Vorteil gegenüber anderen Behandlungen ist bislang nicht sicher belegt. Manche Menschen empfinden das Tape als angenehm, fühlen sich damit sicherer oder erleben eine vorübergehende Erleichterung – andere bemerken kaum einen Unterschied. Deshalb nutzen wir das Tape nicht als eigenständige Therapie, sondern als mögliche Ergänzung, wenn es zu Ihrer Behandlung passt.
Wann kommt ein Tape infrage?
- begleitend zur Krankengymnastik, etwa bei Beschwerden an Knie, Schulter oder Sprunggelenk
- bei muskulären Verspannungen im Nacken oder Rücken
- bei der Rückkehr in den Sport nach einer Verletzung
- ergänzend zur Entstauung bei Schwellungen, zum Beispiel nach der Lymphdrainage
Nicht geklebt wird bei offenen Wunden, Hautreizungen oder Hauterkrankungen im Klebebereich, bei bekannter Pflasterallergie und bei Verdacht auf eine Thrombose.
So läuft das Tapen bei uns ab
- Kurzes Gespräch: Wir klären, welche Beschwerden bestehen und was Sie sich vom Tape erhoffen.
- Haut vorbereiten: Die Stelle sollte sauber, trocken und frei von Creme sein. Stärkere Behaarung kürzen wir bei Bedarf.
- Anlegen: Zuschneiden und Kleben dauert meist nur wenige Minuten. Danach reiben wir das Tape kurz an, damit der Kleber gut haftet.
Tipps für zu Hause
- Das Tape hält meist einige Tage. Duschen ist erlaubt – danach nur trocken tupfen, nicht föhnen.
- Juckt oder rötet sich die Haut, nehmen Sie das Tape ab.
- Zum Entfernen langsam in Haarwuchsrichtung abziehen und die Haut dabei mit der anderen Hand festhalten. Etwas Öl auf dem Tape erleichtert das Ablösen.
Was kostet Kinesio-Taping?
Kinesio-Taping ist bei uns eine Selbstzahlerleistung. Ein kleines Tape (z. B. Handgelenk) kostet 5 €, ein mittleres (z. B. Nacken) 10 € und ein großes (z. B. Rücken) 15 €. Alle Preise finden Sie in unserer Preisliste. Mehr zum Thema lesen Sie auf unserer Seite Kinesio-Taping in Heilbronn.
Sie möchten ein Tape ergänzend zu Ihrer Behandlung? Sprechen Sie uns beim nächsten Termin an oder fragen Sie einen Termin an.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.