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Knieschmerzen beim Treppensteigen: Ursachen, Alltagstipps und 4 Übungen

Das Knie meldet sich auf der Treppe? Mögliche Ursachen, wie Sie Treppen knieschonender gehen und vier Kräftigungsübungen aus der Physiotherapie.

Hinauf geht es noch, aber auf dem Weg nach unten zieht es im Knie: Schmerzen beim Treppensteigen sind ein häufiges Thema in unserer Praxis. Unsere Praxis liegt übrigens selbst im 3. Obergeschoss – wir wissen also, wovon wir sprechen. In diesem Beitrag erklären wir, warum gerade Treppen das Knie fordern und was Sie selbst tun können.

Warum gerade die Treppe?

Beim Treppensteigen trägt das Knie ein Vielfaches des Körpergewichts. Besonders beim Hinuntergehen muss die vordere Oberschenkelmuskulatur bremsen, während die Kniescheibe kräftig in ihr Gleitlager gedrückt wird. Ist die Muskulatur schwach oder das Gelenk vorgeschädigt, macht sich das auf der Treppe oft zuerst bemerkbar.

Mögliche Ursachen sind zum Beispiel:

  • Reizungen rund um die Kniescheibe, häufig bei Sportlerinnen und Sportlern oder nach einer Belastungssteigerung
  • Verschleiß des Knorpels (Kniearthrose), meist im höheren Lebensalter
  • eine schwache Hüft- und Oberschenkelmuskulatur, durch die das Knie nach innen knickt
  • die Zeit nach einer Verletzung oder Operation

Welche Ursache bei Ihnen zutrifft, kann nur eine ärztliche Untersuchung klären.

Treppen knieschonender gehen

  • Ganzen Fuß aufsetzen: Stellen Sie den Fuß vollständig auf die Stufe, nicht nur den Vorfuß.
  • Knie über dem Fuß: Achten Sie darauf, dass das Knie nicht nach innen kippt.
  • Handlauf nutzen: Er nimmt einen Teil des Gewichts ab – das ist kein Zeichen von Schwäche.
  • Bei starken Beschwerden: Beim Hinaufgehen das gesunde Bein zuerst, beim Hinuntergehen das betroffene Bein zuerst. Merksatz: „Die Guten gehen in den Himmel, die Schlechten in die Hölle.“

Vier Übungen zur Kräftigung

Starten Sie langsam und steigern Sie sich über einige Wochen. Leichte Anstrengung ist erwünscht, Schmerzen nicht.

1. Knie strecken im Sitzen: Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl. Strecken Sie ein Bein langsam aus, halten Sie es drei Sekunden und senken Sie es kontrolliert ab. 2 × 12 je Seite.

2. Brücke: Auf dem Rücken liegend, Füße aufgestellt: Becken anheben, bis Oberschenkel und Oberkörper eine Linie bilden, dann langsam ablegen. Kräftigt Gesäß und hintere Oberschenkel. 2 × 12.

3. Seitliches Beinheben: In Seitenlage das obere, gestreckte Bein etwa eine Handbreit anheben und langsam senken. Die Hüftmuskulatur hilft, das Knie in der Spur zu halten. 2 × 12 je Seite.

4. Step-up an der untersten Stufe: Halten Sie sich am Handlauf fest, steigen Sie mit einem Bein auf die unterste Stufe und langsam wieder herunter. Das Knie bleibt über dem Fuß. 2 × 8 je Seite.

Bewegung statt Schonung

Wer Knieschmerzen hat, neigt dazu, sich weniger zu bewegen. Für den Knorpel ist Bewegung aber wichtig – er wird über Be- und Entlastung versorgt. Gelenkschonende Ausdauer wie Radfahren, Schwimmen oder zügiges Gehen auf ebenem Weg ist deshalb oft eine gute Ergänzung zu den Übungen.

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Lassen Sie Knieschmerzen ärztlich abklären, wenn das Knie nach einem Sturz oder Verdrehen schmerzt, deutlich anschwillt, warm oder gerötet ist, plötzlich blockiert oder nachgibt, Sie nicht mehr belasten können oder die Beschwerden über mehrere Wochen anhalten.

Mit einer Verordnung erarbeiten wir in der Krankengymnastik ein auf Sie abgestimmtes Programm. Mehr zu unserem Vorgehen lesen Sie unter Physiotherapie bei Knieschmerzen, nach einer Operation unter Rehabilitation nach OP. Jetzt Termin anfragen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.