Nach der Knie-OP: So läuft die Physiotherapie in den ersten Wochen ab
Neues Kniegelenk, Kreuzband oder Meniskus: Was nach einer Knie-Operation in der Physiotherapie passiert, worauf es in den ersten Wochen ankommt und wie Sie selbst mithelfen.
Ob künstliches Kniegelenk, Kreuzbandplastik oder Meniskus-Eingriff: Nach einer Operation am Knie beginnt der wichtigste Teil oft erst nach der Entlassung. Die Physiotherapie begleitet Sie auf dem Weg zurück in den Alltag – Schritt für Schritt und in enger Abstimmung mit den Vorgaben Ihres Operationsteams.
Wie geht es nach dem Krankenhaus weiter?
Je nach Eingriff folgt auf den Klinikaufenthalt eine Anschlussheilbehandlung (Reha) in einer Rehaklinik oder ambulant. Danach – oder bei kleineren Eingriffen direkt – verordnet die Ärztin oder der Arzt häufig Physiotherapie in einer Praxis wie unserer. Bringen Sie bitte den Entlassungs- oder OP-Bericht mit: Daraus ergeben sich wichtige Vorgaben, etwa zur erlaubten Belastung und Beweglichkeit.
Die Ziele der ersten Wochen
Was genau im Vordergrund steht, hängt von der Operation und Ihrem Verlauf ab. Häufige Ziele sind:
- Schwellung reduzieren: Hochlagern, Bewegung der Zehen und Sprunggelenke und gegebenenfalls Manuelle Lymphdrainage können unterstützen.
- Beweglichkeit zurückgewinnen: Vor allem die Streckung und die Beugung des Knies werden schrittweise erarbeitet.
- Muskulatur aktivieren: Besonders die vordere Oberschenkelmuskulatur verliert nach einer Operation schnell an Kraft.
- Sicher gehen: Vom Gehen mit Unterarmstützen bis zum freien Gehen, Treppensteigen und Aufstehen aus dem Stuhl.
Typische Inhalte der Behandlung
In der Krankengymnastik arbeiten wir unter anderem mit:
- sanften Bewegungen des Kniegelenks im erlaubten Rahmen
- Anspannungsübungen für den Oberschenkel, zum Beispiel das Knie in die Unterlage drücken
- Gangschulung und Training mit Gehhilfen
- Gleichgewichts- und Koordinationsübungen, sobald es die Belastung erlaubt
- Narbenpflege und -mobilisation nach abgeschlossener Wundheilung (mehr dazu unter Narbenbehandlung)
Was Sie selbst tun können
- Regelmäßig üben: Kurze, häufige Übungseinheiten über den Tag verteilt sind meist besser als eine lange.
- Vorgaben einhalten: Halten Sie sich an die erlaubte Belastung – auch wenn es sich schon gut anfühlt.
- Schwellung im Blick behalten: Nach Belastung das Bein hochlagern. Viele empfinden zusätzlich Kühlung als angenehm (nie direkt auf die Haut).
- Geduld haben: Fortschritte kommen oft in Wellen. Ein schlechterer Tag ist kein Rückschritt.
Wann Sie sich melden sollten
Wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Klinik, wenn das Knie plötzlich stark anschwillt, heiß und gerötet ist, Fieber auftritt, die Wunde nässt oder sich die Wade schmerzhaft verhärtet. Bei Atemnot oder Brustschmerzen rufen Sie sofort die 112.
Nachbehandlung bei Bodylino Physio
Wir begleiten Sie nach Knie-, Hüft-, Schulter- und Rückenoperationen – mit einem Plan, der sich an den Vorgaben Ihres Operationsteams orientiert. Mehr dazu auf unserer Seite Rehabilitation nach OP. Tipps für den Alltag mit Knieschmerzen finden Sie außerdem in unserem Beitrag Knieschmerzen beim Treppensteigen.
Sie haben eine Verordnung? Termin anfragen – bei eingeschränkter Mobilität kommen wir mit entsprechender Verordnung auch zum Hausbesuch.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Maßgeblich sind immer die Vorgaben Ihres Operationsteams.